Mitarbeiterstories
Joys Weg zur Lebenshilfe begann schon lange vor ihrer Ausbildung. Geprägt durch die Erfahrungen mit ihrem Opa, der blind war, entwickelte sie früh ein Interesse an sozialer Arbeit und daran, Menschen in ihrem Alltag zu unterstützen. Über Praktika, ein Freiwilliges Soziales Jahr und ihre Ausbildung führte ihr Weg schließlich zurück zur Lebenshilfe. Heute arbeitet sie als pädagogische Fachkraft in einer Wohngruppe und studiert parallel Soziale Arbeit.
Wenn ich heute auf meinen Weg zurückblicke, dann hat er eigentlich schon lange vor meiner Ausbildung begonnen. Mein Opa war blind und hat mir schon als Kind gezeigt, dass eine Beeinträchtigung niemanden davon abhalten muss, mitten im Leben zu stehen. Für mich war es selbstverständlich, ihn im Alltag zu unterstützen, Hilfsmittel kennenzulernen oder Dinge genauer zu beschreiben. Rückblickend waren genau diese Erfahrungen wahrscheinlich der Grundstein für meinen Wunsch, später mit Menschen zu arbeiten.
Auch deshalb zog es mich schon während meiner Schulzeit immer wieder zur Lebenshilfe. Egal ob in der Kita, der Frühförderung oder der Ambulanten Wohnassistenz, ich konnte viele Bereiche kennenlernen und wertvolle Einblicke sammeln. Nach dem Abitur entschied ich mich dann für ein Freiwilliges Soziales Jahr bei der Lebenshilfe. Die Erfahrungen waren so positiv, dass für mich schnell klar war: Hier möchte ich auch langfristig arbeiten. Nach meiner Ausbildung bin ich deshalb gerne zurückgekehrt.
Heute arbeite ich als pädagogische Fachkraft in der Wohngruppe Niedersachsenstraße. Gleichzeitig studiere ich Soziale Arbeit in Enschede. Die Kombination aus Studium und Praxis gefällt mir besonders gut, weil ich viele theoretische Inhalte direkt im Alltag wiederfinde und gleichzeitig jeden Tag neue Erfahrungen sammeln kann.
An meiner Arbeit begeistert mich vor allem die Abwechslung. Kein Tag gleicht dem anderen und genau das macht den Beruf für mich so spannend. Man kann noch so viel planen, am Ende bringt jeder Tag neue Situationen, neue Herausforderungen und neue Begegnungen mit sich. Genau diese Mischung sorgt dafür, dass ich auch nach mehreren Jahren immer noch gerne zur Arbeit komme.
Besonders schön finde ich die Beziehungen, die im Laufe der Zeit entstehen. Für mich sind es oft die kleinen Momente, die in Erinnerung bleiben. Zum Beispiel zwei Bewohner, die Interesse am Bouldern entwickelt haben, nachdem ich von meinem Hobby erzählt hatte. Gemeinsam waren wir in einer Boulderhalle in Lingen. Einer der beiden war anschließend so begeistert, dass er das Interesse weiterverfolgen wollte. Zu sehen, wie Menschen neue Erfahrungen machen und dabei über sich hinauswachsen, macht für mich einen großen Teil der Freude an meiner Arbeit aus.
Natürlich gibt es auch herausfordernde Situationen. Gerade in der Ausbildung musste ich lernen, mit Konflikten umzugehen und in schwierigen Momenten ruhig zu bleiben. Daran bin ich persönlich sehr gewachsen. Heute vertraue ich deutlich stärker auf meine Fähigkeiten und habe gelernt, Verantwortung zu übernehmen und Entscheidungen selbstbewusst zu treffen.
Auch fachlich konnte ich mich kontinuierlich weiterentwickeln. Besonders spannend fand ich beispielsweise die Teilnahme an einer ProDeMa-Schulung, durch die ich mein Wissen im Bereich Deeskalation erweitern konnte. Gleichzeitig merke ich durch mein Studium immer wieder, wie vielschichtig soziale Arbeit ist und wie wichtig es ist, sich fachlich weiterzuentwickeln und offen für neue Perspektiven zu bleiben.
Mindestens genauso wichtig wie die Arbeit selbst ist für mich das Team. Der Umgang miteinander ist hier herzlich, offen und wertschätzend. Jede und jeder bringt unterschiedliche Stärken mit und genau das macht die Zusammenarbeit so besonders. Außerdem gehört bei uns auch eine gute Portion Humor dazu, gerade dann, wenn es mal stressig wird.
Wie mein beruflicher Weg in Zukunft genau aussehen wird, kann ich heute noch nicht sagen. Durch mein Studium eröffnen sich viele Möglichkeiten und ich bin gespannt, welche davon ich später nutzen werde. Eines weiß ich aber schon jetzt: Ich möchte weiterhin mit Menschen arbeiten, sie begleiten und dabei helfen, Teilhabe möglich zu machen. Denn genau das ist der Grund, warum ich diesen Beruf so gerne ausübe. Jeder Mensch hat das Recht, seinen Platz in der Gesellschaft zu finden und ich freue mich, meinen Beitrag dazu leisten zu können.
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