Sei dabei.

Mitarbeiterstories

Oliver

Eigentlich wollte Oliver Koers nicht im sozialen Bereich arbeiten. Nach einer begonnenen Ausbildung zum Zahntechniker führte ihn der Zivildienst eher zufällig zur Lebenshilfe. Was zunächst ungewohnt und herausfordernd war, entwickelte sich schnell zu einer Berufung.
Heute - 19 Jahre später - arbeitet er im Sozialdienst von Job INKLUSIV!, begleitet als Musikpädagoge Kinder in der Heilpädagogischen Kita "Regenbogen" und gestaltet die Lebenshilfe aktiv mit.

Mehr als Musik und Gitarre.

Wenn mir damals jemand gesagt hätte, dass ich einmal 19 Jahre bei der Lebenshilfe bleiben würde, hätte ich wahrscheinlich nur gelacht. Eigentlich hatte ich eine ganz andere Richtung eingeschlagen und eine Ausbildung zum Zahntechniker begonnen. Dann kam der Zivildienst. Mir wurde erzählt, dass man diesen bei der Lebenshilfe gut absolvieren kann, also habe ich mich beworben. Rückblickend war das eine der wichtigsten Entscheidungen meines Lebens.

Mein erster Einsatz führte mich in den Förderbetreuungsbereich. Ehrlich gesagt war ich anfangs völlig überfordert. Ich hatte zuvor kaum Berührungspunkte mit Menschen mit Behinderungen und wurde an meinem ersten Arbeitstag von den Eindrücken regelrecht überrollt. Doch dieses Gefühl verschwand überraschend schnell. Mit jedem Tag wurde mir klarer, dass nicht die Behinderung im Mittelpunkt steht, sondern die Menschen selbst, mit ihren Persönlichkeiten, Eigenheiten und Stärken. Genau dieser Perspektivwechsel hat mich geprägt und begleitet mich bis heute.

Irgendwann sprach mich meine damalige Einrichtungsleitung an und sagte, ich solle eine Ausbildung machen. Jemand anderes erkannte etwas in mir, das ich selbst noch gar nicht gesehen hatte. Aus dem Zivildienst wurde eine Ausbildung zum Heilerziehungspfleger, später ein Studium und schließlich mein heutiger Arbeitsplatz in der Heilpädagogischen Kita Regenbogen und dem Sozialdienst Job INKLUSIV!.

Was mich bis heute motiviert, sind die Beziehungen, die entstehen. Wenn Menschen Vertrauen fassen, über sich hinauswachsen oder ein gemeinsamer Moment mehr sagt als viele Worte, dann spürt man, warum diese Arbeit so besonders ist. Für mich geht es nicht darum, Dinge für Menschen zu übernehmen. Es geht darum, sie auf ihrem eigenen Weg zu begleiten und sie dabei zu unterstützen, möglichst selbstständig ihren Platz im Leben zu finden.

Die Lebenshilfe hat mir in den vergangenen Jahren viele Möglichkeiten gegeben, mich weiterzuentwickeln, Neues auszuprobieren und Verantwortung zu übernehmen. Genau das schätze ich bis heute: Hier kann jeder wachsen, seine Stärken einbringen und gemeinsam mit anderen etwas bewegen. Und genau deshalb fühle ich mich der Lebenshilfe auch nach 19 Jahren noch eng verbunden. Für meine Zukunft wünsche ich mir, weiterhin mitzugestalten, Menschen zusammenzubringen und Verantwortung zu übernehmen. Immer mit dem Ziel, gemeinsam gute Bildungsarbeit möglich zu machen.